20 Jahre effata Weltladen

Mit verschiedenen Veranstaltungen, die über das ganze Jahr verteilt waren, hat der effata Weltladen sein 20-jähriges Jubiläum gefeiert. Zum Abschluss gab es zum Thema „Fairer Handel schafft Perspektiven!“ ein Symposium mit anschließendem Jubiläumsfest. Nach der Begrüßung durch Geschäftsführer Klaus Gottermeier sprach Wolfgang Erichson, Bürgermeister für Umwelt, Bürgerdienste und Integration der Stadt Heidelberg, ein Grußwort, in dem er vor allem die Bedeutung der Bildungsarbeit des effata Weltladens hervorhob. „Mit Workshops für Kindergärten und Schulklassen, Bereitstellung von Materialien in der effata Mediathek und Informationsveranstaltungen zu unterschiedlichen Themen leiste der Verein einen wichtigen Beitrag zu mehr globaler Gerechtigkeit und für einen nachhaltigen Lebensstil“, sprach Erichson in seiner Ansprache.

Im Anschluss diskutierten Steffen Weber, Geschäftsführer des Weltladen Dachverbands, Uwe Kleinert, vom Vorstand des Dachverbands Entwicklungspolitik Baden-Württemberg (DEAB) sowie Jorge Inostroza, Leiter der Abteilung Weltläden und Gruppen bei der GEPA in Wuppertal und Thilo Rau, vom Fair-Handelshaus el puente über Perspektiven des Fairen Handels. Moderiert wurde das Gespräch von Birgit Lieber, Fachpromotorin für Fairen Handel beim DEAB. Einig waren sich alle GesprächsteilnehmerInnen, dass sich der faire Handel in Deutschland sehr gut weiterentwickelt hat und die Weltläden dabei eine wichtige Rolle spielen. Konsens bestand auch darin, dass der faire Handel sich darum bemühen sollte, wieder politischer zu werden. Angesichts des geringen Marktanteils fair gehandelter Waren stellte Uwe Kleinert die Frage, ob der Verkauf der Waren nicht sehr viel Arbeitskraft bindet und daher mehr Informations- und Bildungsarbeit geleistet werden sollte. Hier widersprach insbesondere Jorge Inostroza, in dem er anmerkte, dass vom Verkauf fair gehandelter Produkte ganz konkret Menschen in den Ländern des Südens profitieren. Ebenso kontrovers wurde die Frage diskutiert, ob angesichts des Klimawandels ein Mehr an Konsum fair gehandelter Produkte sinnvoll sei. Ein Fazit war, dass der faire Handel bereits große Anstrengungen unternimmt, damit die Produzenten in den Ländern des Südens den Klimawandel gestalten können. Konsumverzicht sollte nicht bei der kleinen Nische des fairen Handels ansetzen.

Nach dem Symposium zum fairen Handel schloss sich das Jubiläumsfest an. Zunächst überbrachten in guter ökumenischer Tradition gemeinsam Dr. Marlene Schwöbel-Hug, Dekanin der ev. Kirche in Heidelberg und Dekan Dr. Joachim Dauer von der kath. Stadtkirche Heidelberg die Grüße der beiden großen Kirchen. Sie bedankten sich bei den Aktiven des effata Weltladens in Anspielung auf den Namen effata für „gutes Hören“ als Voraussetzung für wirksame Unterstützung. Die wörtliche Übersetzung von effata aus der Bibel bedeutet „öffne dich“.

Nach einem reichhaltigen Buffet wurde die Geburtstagstorte mit einem neuem  e-bike-Lastenrad in den Saal gefahren. Das e-bike konnte zum großen Teil durch Spenden, die im Laufe des effata Jubiläums gesammelt wurden, und einer Förderung des Landes Baden-Württemberg angeschafft werden und damit soll der innerstädtische Lieferverkehr des effata Weltladen auf eine ökologische Basis gestellt werden.